Wer seine Gas- oder Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, verlagert seine Heizkosten von der Gas- auf die Stromrechnung. Damit wird eine eigene Photovoltaik-Anlage plötzlich doppelt interessant: Sie liefert nicht nur Haushaltsstrom, sondern auch einen Teil der Heizenergie — zu einem Bruchteil des Netzpreises.
So funktioniert die Kombination
Die Wärmepumpe holt Wärme aus der Außenluft und hebt sie mit einem Kompressor auf Heiztemperatur. Aus einer Kilowattstunde Strom werden so je nach Gebäude und Heizsystem rund drei Kilowattstunden Wärme oder mehr. Die Photovoltaik-Anlage liefert den Strom dafür — tagsüber direkt, abends aus dem Speicher.
Ein Energiemanager sorgt dafür, dass die Wärmepumpe bevorzugt dann arbeitet, wenn die Sonne scheint: Warmwasser wird mittags aufgeheizt, der Pufferspeicher bei Solarüberschuss etwas wärmer geladen. Moderne Geräte wie die Buderus-Wärmepumpen, die wir verbauen, bringen dafür eine standardisierte Schnittstelle (SG Ready) mit.
Die ehrliche Grenze: der Winter
Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Dezember und Januar — genau dann, wenn die Photovoltaik am wenigsten liefert. Deshalb deckt eine PV-Anlage den Heizstrom nicht vollständig, sondern in der Regel etwa ein Viertel bis ein Drittel davon. In Frühling, Sommer und Herbst, wenn nur Warmwasser und Übergangsheizung anfallen, ist der Anteil deutlich höher.
Das ist kein Argument gegen die Kombination — nur eines gegen überzogene Versprechen. Wer Ihnen eine „Heizung zum Nulltarif" verspricht, rechnet nicht ehrlich.
Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit Wärmepumpe
Nehmen wir einen Haushalt mit 4.500 kWh Haushaltsstrom und einer Wärmepumpe, die rund 4.000 kWh im Jahr benötigt — zusammen also 8.500 kWh. Dazu eine 10-kWp-Anlage mit rund 9.000 kWh Jahresertrag und ein Batteriespeicher:
- Selbst genutzter Solarstrom: rund 4.250 kWh (etwa die Hälfte des Gesamtbedarfs)
- Vermiedene Stromkosten: 4.250 kWh × 34 ct ≈ 1.450 € pro Jahr
- Einspeisevergütung für den Rest: 4.750 kWh × 7,70 ct ≈ 370 € pro Jahr
Macht zusammen eine Größenordnung von rund 1.800 € Vorteil pro Jahr — deutlich mehr als bei einem Haushalt ohne Wärmepumpe, weil mehr Solarstrom im Haus bleibt statt für 7,70 Cent ins Netz zu gehen. Die Werte sind vereinfacht; Dachfläche, Dämmstandard und Heizsystem verschieben sie in beide Richtungen.
Förderung und Steuervorteile 2026
Für die Wärmepumpe gibt es seit der KfW-Novelle vom 21. Juli 2026 bis zu 80 % Zuschuss auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit — also bis zu 22.400 €. Die Förderung setzt sich zusammen aus 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und einem gestaffelten Einkommensbonus von bis zu 40 %. Alle Details und einen Quick-Check finden Sie auf unserer Seite Förderung 2026.
Die Photovoltaik-Anlage wird nicht bezuschusst, ist aber für private Anlagen bis 30 kWp von der Mehrwertsteuer befreit (0 %) und die Erträge sind einkommensteuerfrei. Zusätzlich können Wärmepumpen als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG von reduzierten Netzentgelten profitieren.
Worauf es bei der Planung ankommt
- Heizlast zuerst. Die Wärmepumpe wird nach der Heizlastberechnung ausgelegt — nicht nach der PV-Anlage.
- Dach möglichst voll belegen. Mit Wärmepumpe lohnt sich jede zusätzliche Kilowattpeak, weil der Eigenverbrauch steigt.
- Speicher passend dimensionieren. Er verschiebt Solarstrom in den Abend — im tiefen Winter bleibt er trotzdem oft leer.
- Alles aus einer Hand. Wenn Wärmepumpe, PV und Energiemanager von einem Anbieter geplant werden, passen Schnittstellen und Steuerung zusammen.
Wir planen Wärmepumpe und Photovoltaik gemeinsam — inklusive Förderantrag. Was die Kombination bei Ihnen bringt, zeigt der Kombi-Rechner in wenigen Schritten.
Häufige Fragen
Wie viel Heizstrom deckt eine Photovoltaik-Anlage?
In der Regel etwa ein Viertel bis ein Drittel des Wärmepumpenstroms. Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht, liefert die PV-Anlage am wenigsten; in der Übergangszeit und beim Warmwasser ist der Anteil deutlich höher.
Lohnt sich eine Wärmepumpe mit Photovoltaik?
Ja, meistens deutlich: Durch den höheren Stromverbrauch bleibt mehr Solarstrom im Haus. Im Rechenbeispiel mit 10 kWp, Speicher und Wärmepumpe ergibt sich eine Größenordnung von rund 1.800 € Vorteil pro Jahr.
Welche Förderung gibt es 2026 für die Wärmepumpe?
Bis zu 80 % Zuschuss auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit, also bis zu 22.400 € — aus 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und einem gestaffelten Einkommensbonus bis 40 %.
Brauche ich für Wärmepumpe und PV einen Speicher?
Nicht zwingend, aber er erhöht den Eigenverbrauch, weil er Solarstrom in den Abend verschiebt. Im tiefen Winter bleibt er oft leer — deshalb sollte er passend und nicht zu groß dimensioniert werden.



